Fußchirurgie

Orthopädie im Freiburger Osten

Fußchirurgie 2018-03-13T11:50:50+00:00

Eine zunehmende Anzahl Erwachsener, Jugendlicher und auch Kinder hat Beschwerden an den Füßen.

Viele dieser Probleme lassen sich auch ohne Operation lösen oder zumindest verbessern. Einlagen, angepasstes Schuhwerk, Polsterungen und eine gezielte Krankengymnastik sind dabei die entscheidenden Maßnahmen.

Bei einigen Erkrankungen oder auch nach erfolgloser konservativer Therapie ist allerdings ein operativer Eingriff notwendig. Ziel der Operation ist es, die gestörte Funktion des Fußes wiederherzustellen und damit die Schmerzen zu beseitigen. Hier erhalten Sie eine Übersicht über die häufigsten Erkrankungen des Fußes und die entsprechenden Behandlungskonzepte.

Hallux valgus

Diese Fehlstellung ist meist erblich bedingt und kann durch häufiges Tragen von hochhackigen und engen Schuhen verstärkt werden. Es kommt dabei zu einem Auseinanderweichen der randständigen Mittelfußknochen. Der erste Mittelfußknochen weicht dabei mit seinem Köpfchen nach innen ab so dass dieses als „Ballen“ am Fußinnenrand hervortritt. Durch den veränderten Sehnenzug weicht die Großzehe nach außen ab (Hallux valgus). Neben einem kosmetischen Problem kommt es dabei häufig zu Druckschmerzen mit Entzündung und Rötung am Großzehenballen.

Nach Ausschöpfung der konservativen Therapiemaßnahmen kommen je nach Ausprägung der Fehlstellung zur Korrektur verschiedene Operationsmöglichkeiten infrage.

Die einfachste Korrekturmöglichkeit ist die Operation nach Chevron/Austin. Dabei wird der knöcherne Überstand am Fußinnenrand entfernt und das Mittelfußköpfchen in die korrekte Position verschoben (Osteotomie) und mittels einer Schraube fixiert.

Bei ausgeprägteren Fehlstellungen muss die Korrekturoperation weiter in Richtung Fußwurzel angesetzt werden. Auch hierzu gibt es verschiedene Operationsmöglichkeiten ( OP nach Scarf, Basis-Osteotomie, OP nach Lapidus). Zur animierten OP-Visualisierung einer Hallux-Valgus-Operation.

Arthrose des Großzehengrundgelenkes (Hallux rigidus)

Bei der Arthrose des Großzehengrundgelenkes ist der Gelenkknorpel weitgehend abgenutzt oder bereits vollständig aufgebraucht. Dies führt zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung des Gelenkes. Rund um das Gelenk bilden sich knöcherne Ausziehungen, welche Druckbeschwerden im Schuh verursachen können.

Typischerweise treten Schmerzen beim Abrollen des Fußes und in fortgeschrittenem Stadium auch in Ruhe auf.

Je nach Stadium der Arthrose kann gegebenenfalls eine alleinige Abtragung der knöchernen Überstände ausreichend sein.Im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose ist nur noch die Versteifung des Gelenkes durch zwei Schrauben hilfreich. Dadurch wird die schmerzhafte Restbeweglichkeit des Gelenkes aufgehoben und die Großzehe in einer günstigen Stellung stabilisiert.

Hammerzehen

Die Hammerzehe ist eine komplexe Fehlstellung der kleinen Zehen, welche durch Sehnenverkürzungen beziehungsweise Muskelungleichgewichte verursacht wird. Beschwerden entstehen dabei durch schmerzende Druckstellen über den Zehengelenken.

Die Therapie besteht zunächst in Verordnung von Nachtschienen, Druckschutzorthesen oder Fußgymnastik.Wenn diese Maßnahmen nicht mehr helfen, ist meist eine operative Therapie notwendig.

Die verkürzten Sehnen und die Gelenkkapsel werden durchtrennt und verlängert. Gegebenenfalls muss das Köpfchen des Grundglieds entfernt werden. Die Lücke füllt sich mit Bindegewebe. Häufig wird die Zehe vorübergehend mit einem Draht oder dauerhaft mit einem speziellen Implantat stabilisiert.

Weitere Informationen erhalten Sie auch bei der Gesellschaft für Fußchirurgie (GFFC).

Verhalten nach einer Fußoperation

Von großer Bedeutung für das Ergebnis der Operation ist die Nachbehandlung.
Vor allem in den ersten Tagen nach der Operation sind Schonung, Hochlagerung und Kühlung des operierten Fußes Maßnahmen, die zu einer schnellen Heilung beitragen.

Während der ersten 4-5 Tage nach der Operation sollten Sie den Fuß täglich durch Auflegen einer Kühlpackung 3-4 mal für 10 Minuten kühlen.

Hochlagerung bedeutet, dass sie das operierte Bein möglichst nicht herabhängen lassen und nicht längere Zeit stehend oder gehend verbringen.Stattdessen sollten Sie versuchen das Bein möglichst oft hochzulagern, z.B. durch erhöhtes Ablegen auf einem Stuhl oder dem Sofa.

Sie erhalten einen Termin zum Verbandswechsel am ersten oder zweiten Tag nach der Operation.

Weitere Maßnahmen sind:

  • Beginn mit aktiven Bewegungsübungen im oberen und unteren Sprunggelenk sowie allen Zehengelenken
  • Vollbelastung im Verbandsschuh (steife Sohle), anfangs mit Hilfe von Unterarmgehstützen
  • Korrigierende Großzehenbandage für 12 Wochen bis zur vollständigen Heilung der Gelenkkapsel.
  • Traktionsmobilisation des Großzehengrundgelenks•Lymphdrainage je nach Schwellungszustand•Röntgenkontrolle nach 4-5 Wochen. Bei guter knöcherner Heilung Wechsel auf Konfektionsschuhe mit stabiler Sohle
  • Gegebenenfalls physiotherapeutische Mobilisationsbehandlung bei unzureichender Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk
  • Ab der 4. postoperativen Woche Beginn mit Walken und Fahrradfahren.
  • 3 Monate Sportkarenz für stärkere Belastungen

Bewegungsübungen:

  • Den Fuß im Sprunggelenk hoch und runter bewegen
  • Den Innenrand des Fußes hochziehen
  • Den Außen Rand des Fußes hochziehen
  • Den Fuß kreisen
  • Die Zehen einkrallen
  • Die Zehen spreizen
  • Das gestreckte Bein anheben